Sozialberichterstattung in der Wohnungslosenhilfe

Editorial:

Sozialberichterstattung ist nicht nur wichtig für die Abbildung sozialer und räumlicher Zustände und Entwicklungen in einem wohl definierten Gemeinwesen, sondern zentral insbesondere für politische Planungs-, Steuerungs- und Entscheidungsprozesse. Eine systematische und planvoll gestaltete Sozialberichterstattung muss sich dabei vor allem an den Maßstäben von  Transparenz, Kontinuität und Vergleichbarkeit selbst messen lassen, um die Informationen zu liefern, die eine vorausschauend handelnde Sozialplanung benötigt.

Während auf den unterschiedlichsten politisch-administrativen Ebene Sozialplanung als Instrument der Dauerbeobachtung sozialer Wandlungsprozesse genutzt wird und zur Problemerkennung in den unterschiedlichsten Feldern insbesondere der sozialen Arbeit beiträgt, kann von einer systematischen und weite Teile des Arbeitsfeldes der Wohnungslosenhilfe betreffenden Sozialplanung in Deutschland derzeit nicht gesprochen werden. Dazu scheit auf breiter Basis weder ein politischer Wille noch die dazu notwendigen finanziellen Ressourcen vorhanden zu sein.

Wie die Beiträge in der vorliegenden Ausgabe verdeutlichen, sind die methodischen Ansätze einer systemaischen Sozialberichterstattung in der Wohnungsnotfallberichterstattung auf kommunaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene vorhanden. Es liegen praxistaugliche Konzeptionen vor. Diese gilt es konsequent weiter zu verfolgen und auszubauen, um – auch für die Wohnungslosenhilfe insgesamt, d. h. unter der Berücksichtigung sowohl ordnungsrechtlicher als auch sozialhilferechtlicher Zuständigkeiten – gemeinsame und transparente Datengrundlagen zu entwickeln, die allen Akteuren im Feld verlässliche und vergleichbare Informationen an die Hand geben, um problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen und Modelle zu entwickeln und zu bewerten.

Dr. Helmut Schröder