Umstellung „Wo+Wie“ auf Onlineportal ab 1. Januar 2018

28.09.2017

Wo + Wie goes digital

Das analoge Zeitalter geht für das „WO + Wie-Verzeichnis der sozialen Dienste und Einrichtungen für wohnungslose Personen in der Bundesrepublik Deutschland“ zum Endes Jahres 2017 zu Ende: Wo + Wie goes digital.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das bisherige Verzeichnis in Buchform wird in ein Onlineportal umgewandelt.
  • Die Umstellung erfolgt spätestens zum 31.12.2017.
  • Neben dem Onlineportal wird es kein Verzeichnis in Buchform mehr geben.
  • Die Umstellung erfolgt für AbonnentInnen des Wo+Wie kostenneutral.
  • Bei gleichem Preis für soziale Dienste und Einrichtungen wird es deutlich mehr Gegenleistung geben:
    • Erweiterte Suchfunktionen
    • EDV-gestützte Dienste für Neuaufnahmen und Änderungen
  • Innovation: Erweiterung um ein kostenloses Portal für hilfesuchende Betroffene und Bürger

Das Wo + Wie war und ist nicht ein schlichtes Adressenverzeichnis. Man findet seine Informationen in dieser Qualität nicht im Internet. Es bietet der Wohnungslosenhilfe für seinen Preis einzeln und aktuell geprüfte Qualitätsdaten, die Jahr für Jahr hunderte von Hilfeanbietern überzeugen. Und das ist bitter notwendig: Was nützt ein Verzeichnis, dessen Adressen, Kommunikationsdaten und Angebotsprofile nicht zuverlässig stimmen?

Klienten, die sich in den Irrgärten des Hilfesystems aufhalten, sollten nicht zusätzlich verwirrt, sondern schnelle und zuverlässige Hilfe bekommen.Ein professionell gepflegtes Verzeichnis kann deshalb nicht kostenlos angeboten werden – eben so wenig wie Tageszeitungen. Auch wenn Tageszeitungen ins Internet gehen, müssen sie produziert werden und kosten deshalb auch digital etwas. Ebenso wird das „Wo + Wie“ jährlich durch qualifiziertes Fachpersonal und mit einer fachgerechten Infrastruktur produziert.

Und noch eins: Das zukünftige Portal für wohnungslose und nicht-wohnungslose BürgerInnen wird selbstverständlich kostenlos sein. Das geht aber nur, wenn durch den Verkauf des „Wo+Wie“ Einnahmen erzielt werden, die die Fördermittel und Mitgliedsbeiträge der BAG Wohnungslosenhilfe, die in das Verzeichnis fließen, ergänzen.
Wohnungslose und nicht-wohnungslose BürgerInnen greifen nämlich auf einen Teil der Informationen der Datenbank zu, die mit großem Aufwand jährlich neu aktualisiert und ergänzt wird.
Und es ist nicht zu vergessen, dass mit dem neuen Portal für Betroffene und Bürgerinnen, auch Hilfenachfrage entstehen und damit das Dunkelfeld verringert werden kann.

Vom Abonnement zur Lizenz

Für die jetzigen Abonnenten des Wo + Wie werden durch die Umstellung keine Mehrkosten entstehen, denn die Preisstruktur bleibt gleich. Rechtlich wird der Abonnementvertrag 1:1 in einen Lizenzvertrag überführt, so dass hier kein bürokratischer Aufwand entsteht. Dieser Übergang findet vertragsrechtlich mit der Rechnungsstellung für die Lizenz zum Online-Portal statt, mit der die Nutzungsrechte für das Portal erworben werden.

Umstellung Wo+Wie Abostruktur von Abonnentenvertrag auf Lizenzvertrag

  • Die Abos mit ein bis vier Exemplaren werden 1:1 in eine, zwei, drei oder vier Lizenzen überführt
  • Für die Abos mit fünf bis zehn Exemplaren wird eine neue Gruppe definiert, die die Bezieher von fünf bis maximal zehn Lizenzen umfasst. Dies bedeutet, dass z. B. ein Abonnent mit bisher sechs Abos in Zukunft vier weitere Nutzer (bis zehn) anlegen kann.
  • Für die Abos mit mehr als zehn Exemplaren wird eine neue Gruppe definiert, die die Gruppe von Lizenzen von elf bis maximal zwanzig Lizenzen umfasst. Ein Abonnent mit vierzehn Abos kann also in Zukunft sechs weitere Nutzer (bis zwanzig) anlegen kann.

Die Umstellung erfolgt mit der üblichen Rechnungsstellung des Wo+Wie noch in diesem Jahr.

Das Portal für Hilfeanbieter

Für das Onlineportal der professionellen Hilfeanbieter erfolgt die Datenübernahme der bisherigen Einträge 1:1 auf der Grundlage der aktuellen Abfrage von 2017.
Das neue Portal wird vielfältige neue Suchfunktionen aufweisen, u.a. Suchkriterien wie Ort, Straße+Hausnr., PLZ, Entfernung (Geo-Suche), Name der Einrichtung, Träger, Leitung / Ansprechpartner, Hilfeform, Zielgruppe (Geschlecht), Bundesland, Telefon- und Faxnummern sowie E-Mail. Damit kann der Suchprozess – je nach vorhandenem Grad des Vorwissens – deutlich vereinfacht und beschleunigt werden. Unterstützt wird der Suchprozess durch die Ausgabe der Ergebnisse in allgemeiner Listenform (zur Vororientierung), in ausführlicher Einzeldarstellung (zur Prüfung der endgültigen Weiterleitung) und als Karte zur geographischen Verortung der Treffer.

Innovation: Das Portal für wohnungslose und nicht-wohnungslose BürgerInnen

Die große Mehrzahl der Betroffenen hat wenig oder keine Informationen über bestehende Hilfeangebote im Fall drohender oder eingetretener Wohnungslosigkeit. Dies zeigen langjährige Erfahrungen aus dem Hilfesystem. Oft gibt es keine lokalen Verzeichnisse, weil die Hilfeanbieter untereinander in Konkurrenz stehen und naturgemäß nur auf ihre eigenen Hilfeangebote verweisen. Deshalb vergehen oft mehrere Monate Zeit, bis die Betroffenen über bestehende Hilfeangebote angemessen informiert sind. Diese Zeit wird durch das Onlineportal für Betroffene verkürzt, der Zugang zu passgerechten Hilfen beschleunigt.
Die Nutzung des Internets ist mittlerweile auch bei von Wohnungslosigkeit Bedrohten und bei den Wohnungslosen die Regel. Wohnungslose Menschen haben zwar ihre Wohnung und ihre Habe verloren, aber sie verfügen in der Regel über ein Smartphone, mit dem sie Zugang zum Internet haben. Manche nutzen auch Internetzugänge von Freunden und Bekannten oder in öffentlichen Einrichtungen.
Das Online-Portal unterstützt durch eine einfache Informationsbereitstellung die Vermittlung in bedarfsgerechte Hilfen. Die Betroffenen können nach Ort, PLZ, Entfernung (Geo-Suche), Art des Hilfeangebots und Zielgruppe suchen und erhalten dann für einen oder mehrere Einträge die Adresse und die dazugehörigen Kontaktdaten.
Immer mal wieder melden sich bei der Geschäftsstelle der BAG W Angehörige oder Bürger und Bürgerinnen und fragen wie sie Obdachlosen helfen können. Hier kann das Verzeichnis erste Orientierung auch für nicht selbst Betroffene leisten.

Mit dem Onlineportal für Betroffene und Bürger wird damit eine große Lücke im Hilfeangebot geschlossen, zum Nutzen für Betroffene, Bürgerinnen und Bürger und professionelle HelferInnen gleichermaßen.

Termine mit Folgeinformationen

  • September: News auf der Website der BAG W
  • Oktober: Infobrief an das Hilfesystem
  • 15. bis 17. November 2017: Öffentliche Vorstellung auf der Bundestagung 2017
  • November: Infobroschüre mit Layout Webseiten
  • November: Rechnungstellung für Abonnenten
  • Dezember: Informationsbrief zur Freischaltung
  • Dezember: Freischaltung des Zugangs zwischen 15.12. und 31.12.2017