Forschungsverbund „Wohnungslosigkeit und Hilfen in Wohnungsnotfällen“

Entstehung des Forschungsverbundes

Anlass für die Initiierung des Forschungsverbundes durch die BAG Wohnungslosenhilfe e.V. waren mehrere Gründe:


Diese Ausgangslage nahm die BAG Wohnungslosenhilfe e.V. 1999 zum Anlass, einen Forschungsprozess zu initiieren. Es beteiligten sich drei Forschungsinstitute, die mit ihren bisherigen Arbeiten einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung der Wohnungslosenproblematik geleistet und sich insgesamt seit langer Zeit mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben. Jedes Institut steht stellvertretend für einen wesentlichen Teilaspekt dieses Forschungsfeldes. Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hat in der Vergangenheit zahlreiche Untersuchungen zu den Rahmenbedingungen der Wohnungsversorgung und zur Entwicklung sowie den Konsequenzen bestimmter Angebotsformen für benachteiligte Haushalte durchgeführt. Die Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Frauenforschung (GSF e. V.) hat u. a. Unterstützungsbedarfe und Lebenslagen von (wohnungslosen) Frauen untersucht. Die Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e. V. (GISS) beschäftigt sich seit Jahren mit verschiedenen Aspekten der Wohnungsnotfallproblematik, insbesondere auch mit Aufbau und Wirksamkeit der Hilfesysteme in Wohnungsnotfällen in Deutschland.

Zunächst entwickelten die drei Institute, mit finanzieller Unterstützung der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, eine Konzeption für ein gemeinsames Forschungsvorhaben, das die vorhandenen Forschungslücken schließen soll. Bereits bei der Kooperation in der Initiierungsphase zeigten sich die wissenschaftlichen und innovativen Potenziale, die mit der integrativen Behandlung des Themas verknüpft sind. Die Forschungskonzeption ist im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) deshalb auf großes Interesse gestoßen, zumal damit im Kontext des Forschungsprogrammes „Bauen und Wohnen“ ein drängendes, aber vernachlässigtes gesellschaftliches Problem aufgegriffen wurde. Anfang 2001 wurde das Vorhaben durch einen Beirat beim BMBF grundsätzlich befürwortet. Nach einem intensiven ressortübergreifenden Abstimmungsprozess konnte mit dem Forschungsvorhaben im September 2001 begonnen werden. Die Laufzeit ist auf drei Jahre angesetzt worden.

Gesamtziel des Forschungsverbundes

Das Gesamtziel des Forschungsverbundes ist die interdisziplinäre Erarbeitung von Grundlagen- und Orientierungswissen für eine zukunftsgerechte Planung und Gestaltung der Hilfen in Wohnungsnotfällen. Ausgangspunkt ist die "Vision" von einer weitgehenden Vermeidung von Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot und die Integration der Betroffenen in "normale" Wohn- und Lebensbezüge. Die "Hilfe zur Wohnung" als Grundvoraussetzung sozialer Integration wird dabei als eine zentrale und gemeinsame Herausforderung an Wohnungs- und Sozialpolitik angesehen. Im Einzelnen geht es um


Zu den Leitlinien des Forschungsverbundes gehört die Orientierung am Prinzip des Gender-Mainstreaming-Ansatzes. Das bedeutet, dass der Gleichstellungsaspekt im Forschungsprozess berücksichtigt wird und davon ausgehend die Wohnungsprobleme der betroffenen Personen und Haushalte – wissenschaftlichen Standards entsprechend – geschlechterdifferent untersucht werden.

Organisation und Konzeption des Forschungsverbundes

Die Gliederung des Forschungsverbundes in drei Teilvorhaben baut auf den bestehenden Forschungslinien zur Wohnungslosigkeit auf: Wohnungsversorgung und Wohnungspolitik, Zielgruppen- und Bedarfsforschung und Hilfen in Wohnungsnotfällen. Jedes der drei Institute bearbeitete - gemäß seines bisherigen Forschungsschwerpunktes - eine der Teiluntersuchungen eigenständig:


Die BAG Wohnungslosenhilfe als assoziierte Partnerin des Verbundes stellte bei der Konkretisierung und Operationalisierung der Fragestellungen den Praxisbezug her, unterstützte bei der Vorbereitung der Erhebungsfelder, wirkte am Internetauftritt des Verbundes mit und organisierte forschungsbegleitende Fachtagungen.

Die Koordination erfolgte zentral durch eine Koordinationsstelle, die beim IWU angesiedelt ist, durch regelmäßige Treffen aller Forscherinnen und Forscher einschließlich der BAG Wohnungslosenhilfe sowie durch laufenden Austausch untereinander).

Abbildung: Inhaltliche und organisatorische Projektstruktur


Dokumentation

Diese Seite / Einleitung zum Download
Forschungsverbund Gesamtbericht


Forschungsergebnisse des IWU:
Teilabschlussbericht I
Teilabschlussbericht II
Berliner Marktsegment


Forschungsergebnisse der GSF:
Frauen in dunklen Zeiten
Männer in Wohnungsnot


Forschungsbericht der GISS:
Aktuelle Entwicklungen Hilfesystem 10/2003
Persönliche Hilfen 11/2004
Wirksamkeit Prävention 02/2005
Hilfesystemforschung Kurzfassung 03/2005